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Amman
Das heutige Amman wurde
erst 1878 gegründet, als die Osmanische Regierung
Tscherkessen hier ansiedelte. In einer Konferenz wurde Amman zur
Hauptstadt des Emirats Transjordanien unter Prinz Abdallah
gemacht, das seit 1946 Haschemitisches Königreich Jordanien
heisst. Die bescheidene Kleinstadt entwickelte sich seither zur
Millionenstadt. Bei einem Bauvorhaben am Stadtrand stiess man
auf Reste einer Siedlung aus der Steinzeit. Auch zur Bronzezeit
war das heutige Stadtgebiet bewohnt.
Aus der Eisenzeit stammen bedeutende Siedlungsreste. Das
ammonitische Rabbat‑Ammon lag oberhalb der YabbokQuelle. Die
Stadt war nie von Israeliten bewohnt und unterstand nur für
kurze Zeit David und Salomo. In der Davidsgeschichte tuacht die
Stadt zweimal auf: Nach 2. Sam 10-12 schickte David Gesandte, um
Hanun, dem König von Ammon, sein Beileid anlaesslich des Todes
von dessen Vater zu überbringen. Doch die Gesandten wurden wie
Spione behandelt
und entehrt. Die zweite Ueberlieferung findet sich in 2. Sam
17,27: Der Ammoniter Schobi muss bald nach der Teilung des
israelitischen Grossreiches vor seinem Sohn Absalom fliehen. Als
dieser nach dem Tod Salomos David aus Rabbat-Ammon unterstützt,
machen sich die Ammoniter selbstaendig. In hellenistischer Zeit
erlangt die Stadt wieder Bedeutung. König Ptolemaios Il.
Philadelphos (285-246), gab der Stadt zu Ehren seiner Schwester
und Gattin den Namen Philadelphia. Der Name sollte für die
nächsten 900 Jahre gelten. 218 v.Chr. erobert der Seleukide
Antiochos III. die Stadt. Der Niedergang des Seleukidenreiches
machte die Handelswege immer unsicherer, sodass die Nabatäer die
Stadt besetzten. Pompeius stellte sie unter roemische Oberhoheit
und machte sie zu einem Mitglied der Dekapolis. Herodes d.Gr.
konnte Philadelphia zwar erobern, aber nicht halten.
Die eigentliche Blütezeit begann
nach der Eingliederung in die Provicia Arabia unter Kaiser
Trajan. Aus dieser Zeit stammen die gewaltigen Ruinen der
Zitadelle, das Forum und das Theater, das besterhaltendste
Gebäude der Antike, das heute noch benutzt wird. Auf der oberen
Terrasse der Zitadelle steht heute der Qasr, ein Teil des
Omayyadenpalastes. Mit der Verlegung der Residenz von Damaskus
nach Bagdad im Jahr 750 begann der Abstieg der Stadt, die
folglich im Mittelalter völlig verfallen war.
Jerash
(Gerasa)
Das moderne Jerash überbaut den
östlichen Teil des antiken Gerasa, zumeist liegen antike
Wohngebiete unter den Häusern. Dagegen bietet die ausgegrabene
und z.Z. restaurierte Stadt mit ihren Heiligtümern, den
Säulenstrassen und öffentlichen Bauwerken das anschaulichste
Beispiel einer römischen Stadt in Jordanien.
Gerasa ist uralter
Siedlungsboden. Steinzeitfunde sowie ein ummauertes Gebiet mit
Töpferware aus der Früh-
und. Mittelbronzezeit
zeugen von langer Besiedelung. Grundmauern deuten auch auf
hellenistische Besiedlung hin. Ein General Alexanders soll der
Gründer der Stadt gewesen sein, doch drängt sich auf Grund der
uralten Keramik als Zeitpunkt für seine Grüdung eher die Epoche
unter den Seleukidenkönigen Antiochos III. Oder IV. auf. Um 84
v.Chr. wird die Stadt von den Juden besetzt und erst 63 v.Chr
durch Pompeius befreit. Mit Gerasa, Mitglied der Dekapolis, ging
es nun bergauf. Die günstige Verkehrslage brachte durch
weitreichende Handelsbeziehungen vermehrt Wohlstand. Zwischen 22
und 24 n.Chr. wurde der Zeustempel errichtet, 75-76 folgten der
Cardo Maximus (die Hauptstrasse) und die Stadtmauer.
Gleichzeitig wird der Dionysostempel (unter der Kathedrale)
gebaut. Das Südtheater, das 3500 Menschen Platz bot, ist gut
erhalten. Kaiser Hadrian besuchte die Stadt 129/30. Ihm zu Ehren
wurde der Triumphbogen ausserhalb der Mauern errichtet. Der
Cardo
erhielt durch die Errichtung korinthischer Säulenkolonaden ein
neues Gesicht. Der Artemistempel wurde gebaut, sowie ein zweites
Theater. Der Niedergang des römischen Reiches im 3. Jahrh.
brachte auch für Gerasa den Abstieg. Statt neuer Bauten waren
nur noch Ausbesserungen und Umbauten möglich.
Im Verlauf der Christianisierung wurden die Tempel in Kirchen
umgewandelt. Bis 611 entstanden 15 Kirchen mit prächtigen
Mosaikfussboden in der Stadt. Aber auch Omayyaden besiedelten
die Stadt im 7. Jahrh.1878 siedelte die türkische Regierung
Tscherkessen an, die aus Russland vertrieben worden waren.
Pella
Abseits der grossen
Touristenströme künden einige einsame in karger Landschaft
stehende Säulen vom Glanz dieser Stadt. Seit dem 4. Jahrtausend
v.Chr. ist der Ort besiedelt. Ägyptische Texte des 19. Jahrh. v.
Chr. nennen ihn Pihilum oder Pehel.
Er mag etwa 5000 Einwohner gehabt haben. Die heute kahlen Hügel
der Landschaft müssen damals also bewaldet gewesen sein. Nach
dem Eroberungszug Alexanders d. Gr. wurde die Stadt von makedonischen
Veteranen, die hier 310 angesiedelt wurden, "Pella" genannt,
vielleicht eine Angleichung an den Geburtsort Alexanders in
Makedonien. Eine typisch griechische Stadt entstand, mit Tempeln,
einem Gymnasium und einer Agora (Markplatz). Eine Brandschicht
bezeugt ihre Zerstörung durch den Makkabaerkönig Alexander
Jannäus (Jannai) 83/82. Die Einwohner wollten nicht versprechen,
jüdische Bräuche anzunehmen. Nach 63 v.Chr. betrieb Pompeius
Pellas Wiederaufbau.
Gleich anderen Orten der Dekapolis erklärte er auch Pella für "selbständig",
selbstverständlich unter römischer Oberhoheit. Wie sicher damals
diese Gegend war, zeigt der Verzicht auf jegliche Befestigung.
Ein Odeion, ein kleines Theater, ist aus dieser Zeit erhalten.
Die Blütezeit der Stadt fällt jedoch ins 5. und 6. Jahrh. n. Chr.
Eusebus, der Verfasser einer Kirchengeschichte, schrieb im 4.
Jahrh., dass die christliche Urgermeinde kurz vor Ausbruch des
jüdischen Aufstandes gegen die Römer 66 n.Chr. Jerusalem
verliessen und nach Pella auswanderte. Als für seine heissen
Quellen weithin bekannter Badeort, wurde Pella nun Bischofsstadt
und wurde mit Kirchen ausgestattet.
Noch heute ernennt die kath. Kirche
einen Titularbischof von Pella. Vor Pella bahnte sich im Januar
635 eine folgenschwere weltpolitische Wende an: Moslemische
Truppen schlugen vor der Stadt ein starkes byzantinisches Heer.
Die Stadt hiess nun Fahl, aber die christliche Bevölkerung
konnte sich noch etwa 100 Jahre lang behaupten. Mehrere Erdbeben
ruinierten die Stadt endgültig. 747 n.Chr. wurde sie unbewohnbar.
Umm
Qais (Gada ra)
Die Landschaft um Gadara
ist äusserst beeindruckend. Im Norden liegen die Golanhöhen, die
von Israel besetzt sind. Darunter fliesst tief eingeschnitten
der Yarmuk mit seinen heissen Quellen. Über den See Tiberias
hinweg sieht man weit bis zum Berg Tabor, dem Berg der
Verklärung Christi. Im Süden streckt sich das zerklüftete Wadi
elArab dem Jordan zu. Die uns bekannte Geschichte der Stadt
reicht weit in die hellenistische Epoche zurück. Alexander
Jannaeus zerstörte auch sie, doch erst seit Pompeius spielte sie
als Glied der Dekapolis eine grössere Rolle. Über Jahrhunderte
hinweg war Gadara
ein Zentrum. griechischer Kultur, das viele Philosophen und
Dichter hervorbrachte.Theodorus, der Lehrer des Kaisers Tiberius
stammt von hier. Matthäus 8,28 bezeugt einen Besuch Jesu in der
Stadt, wo die Besessenen von Gadara geheilt wurden.
Die
Wüstenschlösser
Nach dem Tod des Propheten
Mohammed verliessen die Muslime ihre Heimat und verbreiteten
ihren Glauben. Geführt wurden sie von den Kalifen (Stellvertreterrn)
Mohammeds: Abu Bakr (632-34), Omar (634-44), Othman (644-56) und
dem Schwiegersohn des Propheten Ali (656-61). Othman setzte
Muawija aus der Familie der Omayaden in Damaskus als Statthalter
ein, der sich nach Alis Tod zum Kalifen erklärte.
Mit der Herrschaft der
0mayyaden (661-750) verlagerte sich das Machtzentrum von Mekka
und Medina nach Damaskus. Syrien wird für ein Jahrhundert
Mittelpunkt eines Reiches, das sich vom Atlantik zum Indus
erstreckt. Die neuen Herrscher schmückten den Orient mit
prunkvollen Bauten: die 0mayyadenmoschee
in Damaskus, der Felsendom in Jerusalem, der luxuriöse
Winterpalast des Kalifen Hischam bei Jericho. Die Freizügigkeit
und Toleranz der Omayyaden brachte die ersten eigenständigen
Formen einer islamischen Kunst hervor.
Das Nomadenerbe lebte allerdings in den Kalifen und ihren
Verwandten fort.
Bei diesen Wüstenpalästen handelt es sich wohl grösstenteils um
Bauten für das Leben der Prinzen, Fürsten und Kalifen, die in
der Einsamkeit der Wüstensteppe ihre Sehnsucht nach der fernen
Heimat stillten. Natürlich wollten sie in der Wüste auf den
Luxus und Komfort der Städte Syriens nicht verzichten. So
entstanden Wohngebäude mit Bädern, Thronhallen und Höfe mit
Brunnen, Gärten mit kleinen Teichen und Wildparks. Die
spielerisch leichte Ausgestaltung der Räume mit Stuck- und
Mörtelverzierungen zeigt grosse künstlerische Qualität
Walid II. dichtete seinen eigenen Grabspruch:
"Weisse Haare - was tut's ?
Feinde - wer schert sich darum ?
Ich liebte in meinen Tagen: Schöne
Frauen, gleich Statuen, Wein, Sklaven, Rosse, um das Wild zu
jagen."
Qasr
al-Hallabat
Etwa 65 km von Amman von
Amman entfernt liegt das römische Kastell und spätere
OmayyadenSchloss Qasr al-Hallabat. Das Kastell entstand
wahrscheinlich unter Kaiser Marc Aurel, der hauptsächlich an der
Donau gegen die Markoniannen kämpfte, und sollte die
Wüstengrenze kontrollieren. Unter Caracalla wurde das Kastell
zur Festung ausgebaut, unter Justinian erneuert. Die Omayyaden
bauten es am Anfang des
8. Jahrh. zum Schloss um.
Qasr
al-Azraq
Das Schloss ist nabatäischen
Ursprungs und wurde mitten in einer Oase als Handelsraststätte
benutzt. Römer bauten es in eine Festung gegen die Beduinen um.
Im 8. Jahrh. kamen die Omayyaden nach Azraq und
das Kastell wurde zum Schloss. Der Kalif ging in der Umgebung
auf die Jagd: Löwen und Luchse, Gazellen und Antilopen nutzen
die Sumpfseen damals als Tränke. In der Osmanenzeit war das
Schloss Militärstützpunkt, und der Engländer Lawrence von
Arabien quartierte sich hier im Winter 1917-18 vor der Eroberung
von Damaskus ein.
Madaba
Madaba wird in 4.Mose 21,30
erstmals erwähnt. Als moabitische Stadt fiel sie damals dem
Amoriterkönig Sichon zu. Nach dessen Niederlage gegen die
Israeliten ging sie in den Besitz des Stammes Ruben über. König
Mescha gliederte sie seinem Reich an. Später war sie zwischen
Juden und Nabatäern umstritten. In der byzantinischen Zeit
bildete sie ein kulturelles Zentrum mit beträchtlicher
Ausstrahlung.
Die Mosaikkarte von
Madaba in der Georgskirche wurde 1887 entdeckt, Die
griechisch-orthodoxe Gemeinde der Stadt wollte an dieser Stelle
eine Kapelle mit Pfarrhaus und Friedhof bauen. Wenn heute
beträchtliche Teile zerstört sind, liegt dies weniger an der
damaligen Unachtsamkeit als an früheren Brandeinwirkungen und
Erdbestattungen in der Kirche.
Die Karte reichte ursprünglich von Ägypten im Süden bis zur
phönizischen Küste im Norden. Ein spätantikes Ortslexikon, das "Onomastikon"
des Bischofs Eusebios von Caesarea, diente dem Mosaik als
Grundlage. Die Verlässlichkeit der Karte ist erstaunlich.
Bedeutsam ist das Mosaik durch die vogelschauartige Darstellung
Jerusalems. Die Bezeichnung der Ortsnamen ist aus der Bibel
übernommen. Jerusalem mit dem Grab Jesu in der Mitte ist das
heilige Zentrum der Welt. Die Karte ist somit ein christliches
Glaubenszeugnis.
Wann ist diese Karte entstanden ? Sie zeigt in Jerusalem die
Theotokoskirche, die am 20.11.542 geweiht wurde. Somit ist die
Karte auf nach 542 zu datieren.
Der
Berg Nebo
”Mose stieg aus den Steppen Moabs
hinauf auf dem Nebo, ... und der Herr zeigte ihm das ganze
Land.” (5. Mose 34,1) Von diesem 710 m hohen Dschebel es Syagha
aus reicht der Blick weit ins Jordantal und zum Toten Meer. An
klaren Tagen ist sogar Jerusalem zu sehen.
Der Berg ist seit alters her der Verehrung des Mose gewidmet. Um
394 n.Chr. war seine Spitze zu einem Wallfahrtsort mit einem
Kloster geworden, das wohl noch 1217 bestand und irgendwann am
Ausgang des Mittelalters zur Ruine geworden war.
Bei den Ausgrabungen wurden die Mosaiken entdeckt, deren Pracht
die Besucher heute beeindruckt.
Machairos
(Machärus)
Machärus liegt auf einem
700 m hohen Hügel oberhalb des Toten Meeres. Erst unter dem
Hohepriester und jüdischen König Alexander Jannäus (103-76)
wurde der Berg befestigt, um die Territorialgewinne gegen
nabataische Angriffe zu sichern. Gabinius, der Feldherr des
Pompeius, liess die Festung 57 v.Chr. schleifen. Der Neuaufbau
erfolgte unter Herodes d.Gr. um das Jahr 30 v.Chr. Wie im
gleichzeitig befestigten Masada am anderen Ufer des Toten Meeres
kombinierte Herodes auch hier Festung und Palast. Das 100 m
lange und 60 m breite Hügelplateau trug nicht nur 3 Türme,
sondem
Palastgemächer und eine
luxuriöse Badeanlage. In diesen Thermen wurden Spuren von
Mosaikböden gefunden. Nach dem Tod Herodes d.Gr. fiel Machärus
an seinen Sohn Herodes Antipas (4 v.-39 n. Chr). Seine zweite
Ehe mit Herodias, der Frau seines Halbbruders, führte zu
öffentlicher Kritik. Vor allem Johannes der Täufer predigte
gegen diese Verbindung. So wurde er in Machärus eingekerkert.
Wie der jüdische Schriftsteller Josephus berichtet, fürchtete
Herodes
Antipas die politische Ausstrahlung des Täufers. Mt 14,3‑12
nennt als unmittelbaren Anlass für die Enthauptung des Johannes
eine Geburtstagsfeier des Herodes, bei der Salome, die Tochter
der Herodias, tanzte und einen freien Wunsch erwirkte. Auf
Drängen der Mutter erbat sie das Haupt Johannes des Täufers. Im
jüdischen Aufstand gegen Rom 66-70 n. Chr. war die Festung von
Anfang an in der Hand der Rebellen. Auch nach der Eroberung
Jerusalems durch Titus im Jahr 70 blieb Machärus ein
Widerstandsnest, wiederum vergleichbar mit Masada. Im Jahr 72
belagerte der römische Legat Lucilius Bassus die Festung und
umschloss den Hügel mit einer Umschanzung. Die Römer schütteten
einen Damm auf und bauten ihn als Rampe aus, um die Mauern mit
schwerem Belagerungsgerät erstürmen zu können. Doch anders als
in Masada ergaben sich die Juden gegen freien Abzug. Die Römer
zerstörten die Festung bis auf die Grundmauem.
Petra
Chronologie des nabatäischen
Königreiches und Petras
Um das 6. Jahrh. v.Chr. wandern nabatäische Stämme nach Edom ein.
Sie begründen ein Reich, das sich zunächst zwischen Aqaba und
der Mittelmeerküste erstreckt und legten ein Netz von
Handelswegen an. Ein Stammesführer namens Haretat (Aretas)
errang um 169 v. Chr. Siege, die ihn dazu bewogen, den
Königstitel anzunehmen. Zwischen 103 und 76 v.Chr. bekämpften er
und seine Nachfolger den Hohenpriester und König der Juden
Alexander Jannaeus. Aretas III. (87-62 v.Chr.) dehnte das Reich
bis nach Damaskus aus. Er schloss Frieden mit den Juden und
prägte Münzen.
Im Süden erstreckte sich sein Herrschaftsgebiet weit ins heutige
Saudi-Arabien hinein. Auf Grund der römischen Eroberung Syriens
durch Pompeius 63 v. Chr. musste Aretas III. einige Gebiete
abtreten. Doch der Frieden, den die Römer garantierten, brachte
das nabatäische Reich zum Blühen. Nach der kurzen Herrschaft
Obadas Il., der als erster Nabatäerkönig als Gottkönig
betrachtet wurde, bestieg Malichus 1. (60-30 v. Chr.) den Thron.
Seine Freundschaft mit Rom hatte wachsenden Wohlstand zur Folge.
Doch im Jahr 40 v.Chr. brachte ein Einfall der Parther die
Gegend aus dem Gleichgewicht. Malichus beging den Fehler, sich
für die Parther zu entscheiden. Die Römer liessen ihn, nachdem
sie die Parther zurückgeschlagen hatten, nur gegen einen
riesigen Tribut auf dem Thron. Zudem wurde der jüdische König
Herodes d. Gr. zu einem gefährlichen Nachbarn, der mehrfach
gegen die Nabatäer Krieg führte.
Den Höhepunkt des nabatäischen Reiches bildete die Regierung
König Aretas IV.
(9 v. - 40 n. Chr). In dieser Zeit wurden die bedeutendsten
Bauwerke Petras errichtet; gleichzeitig jedoch verstärkte
sich der römische Einfluss. Der Bedarf der Römer an Luxusgütern
aus Arabien und Indien schuf dem Händlervolk der Nabatäer einen
unvergleichlichen Wohlstand.
Überall entstanden Bewässerungsanlagen; man brachte die Wüste
zum Blühen. Malichus II. unterstützte die Römer bei der
Belagerung Jerusalems im Jahr 70 n.Chr. Die Geschäfte der
Nabatäer liefen weniger gut, als die römische Flotte im Roten
Meer die Karawanen durch Nabatäa ablöste und die Warenströme
über Ägypten und den Nil liefen. Auch die Konkurrenz der
Handelsroute über Mesopotamien wurde spürbar. Der letzte König
Rabel Il. (70-106) gab sich den Namen Soter, d.h. Retter seines
Volkes.
Kurz nach seinem Tod eroberte Kaiser Trajan kampflos Nabatäa und
machte es zur Provinz Arabia mit der Hauptstadt Bosra. Nach und
nach wurde das Land christianisiert; Kirchen traten an die
Stelle der heidnischen Kultstätten. Im Jahr 363 verwüstete ein
Erdbeben Petra. Die Stadt geriet langsam in Vergessenheit.
Die Felsengräber
Die Wohngebäude und Paläste waren
aus weniger widerstandsfähigem Material, wogegen die grossen,
aus den Felsen gehauenen Gräber fast unversehrt erhalten blieben.
War Petra also eine Totenstadt?.
Es gibt vier Haupttypen von
Gräbern: Die Blockgräber sind freistehende Gräber, deren leere
Fassade mit Halbsäulen verziert ist. Die Felsengräber besitzen
eine Grabkammer, die in den Felsen gehauen ist. Die Fassaden
sind prachtvoll im alexandrinisch Stil gechmückt. Das Grab
Khazne Firaun (“Schatzhaus
des Pharao”) war ein Königsgrab. Am Rande der Stadt sind die
Treppen- und Zinnengräber.
BETHANIEN
Eröِffnung der Taufstätte Jesu
Die Taufstelle
von Jesus von Nazareth liegt rund
1500 Meter östlich des Jordans im Herzen der Bethanienregion,
nordöstlich des Toten Meeres auf jordanischem Boden und wurde
unter Planung und Leitung eines köِniglichen Komitees von
internationalen Archäologenteams ausgegraben, um es Besuchern,
darunter vielen Pilgern aus aller Welt, zugänglich zu machen.
Neben dem Bau neuer Zufahrtsstrassen und eines etwa 1000 Meter
entfernt von der archäologischen Stätte liegenden
Besucherzentrums mit traditionellem Markt sind die Errichtung
einer Kapelle einer Gedächtnisstätte für Johannes den Täufer
sowie gepflasterte Wege für den Besucher geplant. Darüber hinaus
wird ein Wasserleitungssystem Besuchern ermöglichen, das gleiche
Quellwasser zu berühren, mit dem schon Johannes der Täufer seine
Taufzeremonien durchführte. Den Besuchern soll erlaubt werden,
bis ans heilige Ostufer des Jordans zu treten, genauso wie Jesus
und Johannes es vor fast 2000 Jahren taten.
Die spirituelle Atmosphäre des
Ortes, das öِkologische Gleichgewicht, sowie die archäologische
Integrität soll erhalten bleiben. Das antike Bethanien wird in
der Bibel zuweilen auch als Bethabara bezeichnet. Unter diesem
Namen ist der Ort auch auf der berühmten Mosaiklandkarte in der
st. Georgskirche im nahegelegenen Madaba dargestellt. die
Siedlung Bethanien in der Johannes taufte, soll allerdings nicht
mit dem Dorf Bethanien nahe Jerusalem verwechselt werden. Nach
Fertigstellung der Ausgrabungsabeiten und nach Besuch des
Papstes im März 2000 soll diese Taufstätte offiziell besucht
werden köِnnen. Von Amman aus ist Bethanien bequem in 30
Autominuten erreichbar.
AQABA
Die
einmalige Unterwasserwelt am Roten Meer fasziniert Taucher aus
aller Welt.
Im herrlich sauberen Wasser an der Küste des Roten Meeres im
Süden Jordaniens liegt ein Korallenriff von unbeschreiblicher
Schöِnheit, das Taucher aus aller Welt begeistert. Die hiesigen
Riffe zählen schon seit langem zu den schöِnsten der Welt, und
Aqaba gilt als eine der besten Tauchbasen überhaupt. Die Riffe
verleihen den Gewässern eine bunte Palette sich verändernder
Farben, eine überaus reiche Meeresfauna und- flora sowie eine
besonders klare und weite Sicht unter Wasser.
Mit über hundert verschiedenen Korallenspezien, unzähligen
Fischarten, Anemonen und Schalentieren und einem Klima, das
zwischen angenehmen 20 bis 30º C schwankt, ist Aqaba ein
Taucherparadies. Die weichen Korallen wachsen hier vor der
jordanischen küste so schnell wie nirgends sonst auf der Welt,
sie zeigen so leuchtende und spektakuläre Farben wie man sie
sonst nirgends findet. Für die Tauchbegeisterten wurde ein neues
Highlight geschaffen: das Wracktauchen. Ein künstliches Wrack
liegt nur 12 Meter unter dem Meeresspiegel und ermöِglicht
sogarAnfängern, einen Tauchgang dorthin zu wagen. Tauchbasen
bieten Kurse und Tauchgänge für alle Stufen, vom Anfänger bis
zum Profi. In Aqaba bestehen Übernachtungsmöِglichkeiten in
allenKategorien.
Need
Help: touristguide@jordan-explorer.com |
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